Corona-Virus: Aktuelle Infos zum Umgang mit präventiven Maßnahmen im Referat Freiwilligendienste

Stand: 29.05.2020


• Absage von Veranstaltungen bis zur 22. KW
Wir haben alle Veranstaltungen bis Mitte Juni 2020 abgesagt. Das betrifft vor allem Seminare, Module, Bildungstage und Einsatzstellen-Konferenzen. Die Abschluss-Seminare werden online stattfinden.

• Auswirkungen von Schließungen von Einsatzstellen (Schulen, Kitas etc.), Freistellung von Freiwilligen, Änderung der Einsatzbereiche
Die Anordnung in Baden-Württemberg Schulen und Kitas zu schließen hat auch Auswirkungen auf den Einsatz von Freiwilligen. Auch in anderen Fällen kann es geboten sein, genau wie bei hauptamtlich Mitarbeitenden, den Einsatz der Freiwilligen einzuschränken oder auszusetzen. Für die Anerkennung des Freiwilligendienstes haben diese Unterbrechungen/Einschränkungen keine Auswirkungen Wir möchten Sie bitten dies ggf. in der Personalakte der Freiwilligen zu dokumentieren.

Vom Bundesministerium haben wir bereits den Hinweis erhalten, dass im Falle Corona-bedingter Ausfälle den Freiwilligen nicht zugemutet werden kann, den ausgefallenen Dienst nachzuholen oder für die „zwangsweise Freistellung“ Urlaub zu nehmen.

Wenn aufgrund der Corona-Epidemie kein Einsatz in der Freiwilligendienst-Stelle möglich ist, laufen zunächst die Zahlungen für Taschengeld und Sozialversicherung so weiter, als ob der Dienst regulär abgeleistet würde bzw. wie im Krankheitsfall.

Eine Veränderung des Einsatzbereiches oder Einsatzortes kann, nach Rücksprache mit den zuständigen Bildungsreferent*innen, zur Überbrückung von Einsatzstellen-Schließungen im Einvernehmen mit den Freiwilligen ermöglicht werden. Dies gilt auch für den Einsatz in der sog. Notfallbetreuung. Unter Anleitung von qualifizierten Fachkräften können Freiwillige in diesem Bereich übergangsweise eingesetzt werden.

Einige Freiwillige, die bereits selbst Kinder haben, sind von der Schließung von Betreuungseinrichtungen ebenso betroffen, wie hauptamtlich Mitarbeitende. Wir möchten Sie bitten, hier individuelle Lösungen zu finden, um besondere persönliche Härten zu vermeiden.

• Bewerbungen
Bewerber*innen, die sich online oder in Papierform bei uns beworben haben, werden nicht – wie sonst üblich – zeitnah zu einem Infotreffen eingeladen, sondern telefonisch über die Rahmenbedingungen des Freiwilligendienstes informiert und an Einsatzstellen vermittelt. Das gleiche Verfahren gilt für Interessierte, die bereits eine Einsatzstelle gefunden haben. Damit soll eine zeitnahe Vermittlung aller Interessierten an unsere Einsatzstellen sichergestellt werden.

• Einsatzstellen-Besuche
Als präventive Maßnahme werden in den nächsten vier Wochen keine Einsatzstellen-Besuche durch Bildungsreferent*innen des Referates stattfinden. Die jeweiligen Bildungsreferent*innen werden sich ggf. bei Ihnen telefonisch melden und einen Termin für ein telefonisches Reflexions- und Beratungsgespräch mit den jeweiligen Freiwilligen und Anleitungspersonen ausmachen.

• Probetag
Für das Bewerbungsverfahren in der Einsatzstelle empfehlen wir für die nächsten Wochen ein der jeweiligen Situation in der Einrichtung angepasstes Verfahren. Die in den Qualitätsstandards der Freiwilligendienste vorgegebenen Probetage können in den nächsten Wochen nach eigener Einschätzung der Einsatzstelle entfallen.

• Regionalbüros: Erreichbarkeit ist gesichert – die Vermittlung von Freiwilligen geht weiter
Das Referat Freiwilligendienste wird im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten die erforderlichen Dienstleistungen und Aufgaben, insbesondere in der Vermittlung von Freiwilligen und der Unterstützung bei Krisen und Notfällen sowie aller verwaltungstechnischen Abläufe, auch in Corona-Zeiten sicherstellen.
Die Erreichbarkeit der Regionalbüros wird sichergestellt sein. Ein Teil der Bildungsreferent*innen arbeitet im Homeoffice, ist dort aber telefonisch und per Mail zu den üblichen Bürozeiten erreichbar. Damit wir alle Einsatzstellen für die Vermittlung von Bewerber*innen gut erreichen können, möchten wir Sie bitten, im Falle einer Schließung der Einrichtung eine Emailadresse und/oder Handynummer beim zuständigen Regionalbüro zu hinterlassen.

• Sicherheit
Die Sicherheit der Freiwilligen hat oberste Priorität. Dementsprechend bitten wir Sie, am besten zusammen mit den Freiwilligen, eine Einschätzung der Gefahrenlage, ggf. in Abstimmung mit der örtlichen Gesundheitsbehörde vorzunehmen.

• Hinweise zum Einsatz von Freiwilligen unter den besonderen Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie
Sollte es für Freiwillige durch die Corona-Pandemie keine oder nicht genügend Auf-gaben in den bisherigen Aufgabengebieten geben (z.B. Schließung der Einrichtung aufgrund behördlicher Auflagen), gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, die zwischen Freiwilligen, Einsatzstellen und uns vereinbart werden können.

In jedem Fall sollte beachtet werden, dass die Gesundheit und Sicherheit der Freiwilligen oberste Priorität hat und auf die Freiwilligen kein Druck ausgeübt wird und sie einer Erweiterung oder Veränderung des Einsatzbereiches zustimmen müssen! Bei Minderjährigen ist eine Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich.

• Erweiterung des Einsatzbereichs über den in der Einsatzstelle vereinbarten Dienst hinaus Inzwischen hat das für den Freiwilligendienst zuständige Bundesministerium für den Einsatz im Bundesfreiwilligendienst einige Eckdaten beschrieben, die für eine Veränderung oder Ausweitung des Einsatzbereiches von Freiwilligen eingehalten werden müssen: schriftliche Zustimmung der Freiwilligen zu dem erweiterten Einsatz.

  • Schriftliche Zustimmung der Einsatzstelle zum Einsatz der Freiwilligen in dem erweiterten Einsatzbereich.

  • Sicherstellung der umfassenden Versicherung der Freiwilligen im erweiterten Einsatzbereich (insbesondere im Hinblick auf die Unfall- und Haftpflichtversicherung) durch die Einsatzstelle.

  • Information des Bundesamtes und des Referates Freiwilligendienste durch die Einsatzstelle. Ein diesbezügliches Muster wird im Anhang zur Verfügung gestellt.

  • Bescheinigung über Dauer sowie Art des Einsatzes durch die empfangende Stelle an die Einsatzstelle.

Für das Freiwillige Soziale Jahr gibt es vom Sozialministerium Baden-Württemberg diesbezüglich noch keine expliziten Vorgaben. Die Regelungen des BFD werden bis auf weiteres übernommen, mit dem Unterschied, dass das Bundesamt nicht informiert werden muss, sondern lediglich das zuständige Regionalbüro. Auch hierfür stellen wir eine Vorlage zur Dokumentation der Veränderungen und zur Information an des Regionalbüro im Anhang zur Verfügung.

So weit als möglich sollten diese veränderten Einsatzbereiche beim Träger der Einsatzstelle liegen, auch wenn dies nicht ausdrücklich erwähnt wurde. Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg e.V., Referat Freiwilligendienste, 03/2020

• Heimarbeit
Die Freiwilligen bekommen Aufgaben, die sie in Heimarbeit erledigen können. Es gelten die gleichen Bedingungen, auch versicherungsrechtlich, wie im normalen Dienst.

• Freistellung von den Dienstpflichten
Sind Freiwillige von ihren Dienstpflichten freigestellt, können sie die freie Zeit nach ihrem Ermessen nutzen.

Es gilt aber weiterhin die Regelung, dass bezahlte Nebentätigkeiten nur mit Zustim-mung durch die Einsatzstelle möglich sind!!!

Während der Freistellung sind die Freiwilligen nicht über ihre Einsatzstelle versichert (gesetzliche Unfallversicherung und dienstliche Haftpflichtversicherung). Eine Freistellung ändert an der Dienstzeit im Freiwilligendienst sowie dem Anspruch auf Taschengeld nichts. Grundsätzlich gilt für die Freistellungphase: Überstunden darf eine Einsatzstelle mit Freizeit abbauen. Allerdings dürfen keine neuen Minusstunden entstehen oder Ur-laub dafür abgezogen werden.

• Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten während der Freistellung
Während der Freistellung können Freiwillige nach eigenem Ermessen ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen. Dabei haben sie dann den gleichen Versicherungsschutz wie andere Ehrenamtliche. Keinesfalls darf eine Freistellung mit einer Verpflichtung zum Ehrenamt verknüpft werden.

• Zeugnis
Im Freiwilligendienste-Zeugnis sollte erwähnt werden, wenn sich Freiwillige während der Corona-Pandemie im Rahmen ihres Dienstes besonders engagiert haben. Nicht in das Zeugnis gehört ehrenamtliches Engagement in dieser Zeit. Dies muss anderweitig bescheinigt werden.

• Dokumentation
In dieser Situation ist es besonders wichtig, alle Entscheidungen gut zu dokumentieren, damit im Nachhinein nachvollziehbar ist, wann etwas von wem aus welchen Gründen wie entschieden wurde.

• Haftungsausschluss
Diese momentane Situation und ihre Rahmenbedingungen sind auch für das Referat Freiwilligendienste neu. Die Hinweise wurden nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung für die Richtigkeit wird nicht übernommen.

Da die momentane Situation sehr dynamisch ist und sich vieles auch sehr kurzfristig ändern kann, werden die Informationen regelmäßig aktualisiert. Im Zweifelsfall bitte im zuständigen Regionalbüro nachfragen.

Wir hoffen, dass wir diese außerordentlichen Zeiten möglichst rasch hinter uns lassen können und die negativen Auswirkungen für aller Beteiligten so gering wie möglich halten können. Andererseits können wir nicht wirklich einschätzen, welche Entwicklungen sich in den nächsten Tagen/Wochen noch ergeben werden. Wir werden Sie in jedem Fall über unser Vorgehen zeitnah informieren. Über unsere Homepage und die sozialen Medien werden tagesaktuell wichtige Informationen und Veränderungen kommuniziert. Ein Blick darauf lohnt sich gerade in diesen Zeiten.

Michael Bross
Referatsleiter Freiwilligendienste